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Naturschutz an Kirchtürmen

Nistkästen am Turm der Friedenskirche

Der Falkenkasten hinter dem Maßwerk; das Anflugbrett ragt heraus. - Foto: Johannes Woldt
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Der Falkenkasten hinter dem Maßwerk; das Anflugbrett ragt heraus. - Foto: Johannes Woldt

Der Turm der Radebeuler Friedenskirche (Radebeul West) wurde in den letzten Monaten umfassend rekonstruiert. Das war eine einmalige Gelegenheit, Nistkästen für Vögel, die in den letzten Jahrzehnten dort beobachtet wurden, zu planen und zu installieren. So wurde ein Nistkasten für Schleiereulen, einer für Turmfalken und zwei für Dohlen im obersten Turmgeschoss eingebaut , jeweils in eine andere Himmelsrichtung weisend.

Turmfalken wurden, gleich nachdem die Gerüste gefallen waren, am Kasten gesichtet. Zu einer Eiablage und Brut ist es allerdings nicht gekommen.

Schleiereulen lieben einen mittels eines Schattenbrettes vollständig abgedunkelten Brutraum. Das hat ein Stadttaubenpaar offensichtlich nicht davon abgehalten, den Kasten für sich in Anspruch zu nehmen. Und Dohlen wurden auch bereits in der Nähe des Kirchturmes gesichtet. Es bleibt zu hoffen, dass die Vögel, für die die Nistkästen gedacht waren, sie in den nächsten Jahren auch in Gebrauch nehmen.

Turmfalken an der Lutherkirche

Seit einigen Jahren nisten Turmfalken am Turm der Lutherkirche in Radebeul (Ost). Erst in der nach allen Seiten offenen kupfernen Krone eines Seitentürmchens, dann in einem eigens für sie angefertigten Nistkasten auf dem Sims eines Rundbogenfensters. 

Der Nistkasten ist auf beiden Seiten mit je einer Endoskopkamera ausgestattet. Damit kann in Verbindung mit einem Laptop im Turmgeschoss das Brutgeschehen beobachtet werden. Wenn sich im Kasten etwas bewegt, wird ein Bild aufgenommen. Auf diese Weise entstehen im Laufe eines Tages um die 2000 Fotos. Die alle durchzusehen, ist zwar recht umständlich, gestattet aber im Bedarfsfall eine lückenlose Überwachung. Die Endoskopkameras sind leider nur bedingt geeignet, weil sie ein scharfes Bild nur auf relativ kurze Entfernung liefern. So stellten wir fest, dass 2018 das Falkenweibchen fast zwei Monate auf den Eiern saß, bis es spürte, dass aus ihnen keine Jungen schlüpfen werden. Offensichtlich waren die Eier nicht entwicklungsfähig, ob von Anfang an nicht befruchtet oder während des Brütens erkaltet und abgestorben, lässt sich nicht sagen.

2020 waren es fünf Eier, die das Falkenweibchen legte und ausbrütete. Die heranwachsenden  Jungen wurden auch alle flügge und verließen um den 18. Juni den Kasten.

Jetzt ist Fütterung angesagt: Die Jungen sind gerade eine Woche alt. Mit den 2017 beobachteten sechs Jungvögeln lagen unsere Falken über der durchschnittlichen Anzahl von 4,7. - Foto: Johannes Woldt
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Jetzt ist Fütterung angesagt: Die Jungen sind gerade eine Woche alt. Mit den 2017 beobachteten sechs Jungvögeln lagen unsere Falken über der durchschnittlichen Anzahl von 4,7. - Foto: Johannes Woldt


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